Juni 2026: ein Verlustmonat — schuld ist eine einzige Währung
Der Juni war ein seltener Verlustmonat in meinem Live-Konto (−477 €) — komplett wegen USDJPY und den enormen Kommissionskosten. Die ehrliche, verifizierte Auswertung plus Juli-Teaser.
Von René Balke
Der Juni ist durch — und zum ersten Mal seit Langem ging das Konto rückwärts. Nur leicht (−477 €), aber ein Verlustmonat ist ein Verlustmonat, und ich zeige dir die lieber ehrlich, als so zu tun, als gäbe es sie nicht.
Die Sache ist nur: Nimm ein einziges Paar heraus — USDJPY — und der Juni war ein solides +4.237 €. Ein paar einzelne Strategien waren rot (Go Long auf USTEC und DE40, Range Breakout auf US30), aber keine kam auch nur in die Nähe von USDJPY. Dieser Monat erzählt also eigentlich nur eine einzige Geschichte: USDJPY und die Kosten, die damit kommen.
Das Video zum Monat
Der komplette Monat, Strategie für Strategie:
Was diesen Monat passiert ist
Die Indizes kleben immer noch an ihren Allzeithochs — USTEC und DE40 nur knapp darunter, der US30 markiert frische Hochs. Solange das anhält, ist es Rückenwind fürs Konto, und Go Long und Turnaround Tuesday profitieren weiter. Gold blieb stabil, und zwei Währungspaare, die ich fast abgeschrieben hatte — EURJPY und GBPUSD — haben sich weiter aus langen Drawdowns zurückgekämpft.
Und trotzdem schloss der Monat rot. Alles läuft auf ein einziges Paar hinaus.
Juni 2026 — nach Markt und Strategie
| Markt | Strategie | Juni 2026 |
|---|---|---|
| XAUUSD (Gold) | Range Breakout EA | +1.218,57 € |
| XAUUSD (Gold) | ATR Candle Breakout (experimentell) | +538,99 € |
| EURJPY | Range Breakout EA | +1.148,44 € |
| USTEC | Go Long EA | −803,98 € |
| USTEC | Turnaround Tuesday | +959,40 € |
| US30 | Go Long EA | +905,39 € |
| US30 | Turnaround Tuesday | ±0 € (keine Trades) |
| US30 | Range Breakout EA | −297,19 € |
| DE40 | Go Long EA | −538,87 € |
| DE40 | Turnaround Tuesday | +420,47 € |
| DE40 | Range Breakout EA | +1,50 € |
| GBPUSD | Range Breakout EA | +684,66 € |
| USDJPY | Range Breakout EA | −4.713,96 € |
| Gesamt | −476,58 € |
Die Gewinner
Gold — der Verlässliche
Der Range Breakout EA auf Gold hat +1.218 € gebracht, der experimentelle ATR Candle Breakout noch einmal +539 € obendrauf. Gold ist seit Monaten still und leise eine der stabilsten Linien im ganzen Konto — kein Drama, einfach ein konstanter Beitrag.
Die Index-Erholungen
Turnaround Tuesday hat auf den Indizes geliefert: +959 € auf USTEC und +420 € auf DE40, aus je nur ein, zwei Trades. Und Go Long auf US30 machte +905 € — keine Überraschung, denn der US30 ist der Index mit den frischen Hochs. Nicht jeder Index war grün (Go Long verlor etwas auf USTEC und DE40, wo der Kurs unter der Spitze steht), aber der Index-Block netto +640 €.
EURJPY — das Comeback
Das ist das Währungspaar, welches ich echt spannend finde. EURJPY machte im Juni +1.148 € — aber die eigentliche Geschichte ist der Verlauf. Ich handle das Paar seit Oktober 2025, und die ersten Monate waren hässlich: fast 10 % Drawdown aufs Konto. Seit dem Tief hat es aber stark gedreht — allein 2026 +8.091 €, und jetzt auf einem neuen Hoch. Ein Paradebeispiel dafür, wie eine Strategie monatelang kaputt aussehen kann und dann still und leise gut wird.

GBPUSD — kämpft sich zurück
GBPUSD brachte +685 € und ist auf einem ähnlichen Weg: Es lag lange tief im Minus (ein Drawdown von über 23 % des Kontos) und hat davon jetzt rund die Hälfte wieder aufgeholt. Langsam, aber in die richtige Richtung.
Der ehrliche Teil — USDJPY und die Kostenfalle
Jetzt der hässliche Teil. USDJPY verlor im Juni −4.714 € — das ist der komplette Monatsverlust und noch mehr. Aber diesen Monat will ich zeigen, warum es so viel schlimmer ist, als es sein müsste, denn das ist eine Lektion für jeden, der automatisiert handelt.
Es sind nicht nur die verlorenen Trades. Es sind die Kosten. Schau dir die Juni-Aufschlüsselung an: Von diesen −4.714 € waren rund 629 € reine Kommission — plus Slippage obendrauf. Weil diese Strategie riesige Lotgrößen in USDJPY handelt (ich bewege effektiv enorme Volumina), summiert sich die Kommission rasend schnell. Und an Tagen mit winziger Range reißen schon ein, zwei Punkte Slippage ein echtes Loch. Die Strategie performt also deutlich schlechter als „nur ein paar Verlust-Trades” — die Handelskosten verstärken den Schaden leise, aber stetig.

Aus der Distanz betrachtet ist es ernüchternd. Über die gesamte Zeit steckt USDJPY jetzt im größten Drawdown überhaupt — rund 23.373 € vom Hoch. Es lag 2025 bei etwa +12.000 €; 2026 hat es davon rund −20.800 € wieder abgegeben. Ein brutaler Schwung.

Zwei ehrliche Erkenntnisse daraus:
- Kommissionen sind wichtiger, als die meisten denken. Nutz einen Broker mit wirklich niedrigen Kommissionen — und selbst dann summiert es sich bei diesem Volumen. Das ist ein echter, wiederkehrender Bremsklotz, kein Rundungsfehler.
- Übertreib es nicht mit dem Hebel. Der Langzeit-Backtest genau dieses Portfolios war sehr profitabel, und nichts darin hat einen so tiefen Drawdown in USDJPY vorhergesagt. Zu groß dimensioniert, und so eine Phase tut nicht nur weh — sie vernichtet das Konto.
Mein neustes Projekt — ein weiteres (kleines) Konto
Wegen all dem habe ich ein zweites, kleines Live-Konto gestartet — nur 5.000 € eingezahlt — mit demselben Portfolio-EA, aber mit einer wichtigen Anpassung: einem Mindest-Range-Filter. An Tagen, an denen die Range zu klein ist (sagen wir unter 0,1 %), nimmt er den Trade einfach nicht. Genau diese Tage mit winziger Range sind die, die in USDJPY für fast nichts Kommission auffressen — sie zu überspringen sollte still und leise eine Menge Kosten sparen.
Ich habe bewusst ein kleineres Konto gewählt — die Zahlen auf meinem 50k-Konto sind für viele nicht realistisch, ein 5.000-€-Konto ist greifbarer.
Das große Bild — das Portfolio funktioniert trotzdem
Deshalb reißt mich eine Währung im Rekord-Drawdown nicht um: Der Rest des Portfolios trägt die Verluste. Ganz herausgezoomt steht das Konto seit dem Start im März 2024 bei einem verifizierten Gesamtgewinn von +96.662 €, über fast 3.960 Trades — das ist der laufende Allzeit-Stand (aktuell bis Anfang Juli), nicht allein das, was der Juni gebracht hat.

Nach Strategie, über die gesamte Zeit, ist die Verteilung klar:
- Go Long — +56.820 € (mein größter Gewinnbringer, getragen von den starken Index-Jahren)
- Range Breakout — +21.389 € (Gold ist der Treiber, USDJPY ist die Bremse)
- Turnaround Tuesday — +17.417 €
- ATR Candle Breakout — +389 € (noch experimentell)

2026 steht bisher bei rund +30.000 €. Ein großer Teil davon ist der starke Aktienmarkt, das verschweige ich nicht — aber Gold ist exzellent, EURJPY und GBPUSD erholen sich, und genau diese Streuung ist der Grund, warum aus einer schlechten Währung ein −477€ Monat wird statt einer Katastrophe.
Noch eine Sache — ein Juli-Teaser
Kurzer Transparenz-Hinweis: Die Dashboard-, Strategie- und Myfxbook-Screenshots oben sind aktuell (Anfang Juli) und enthalten daher schon die ersten Juli-Handelstage — die konnte ich nicht sauber herausfiltern. Ich lasse sie bewusst drin, denn der Juli ist mit einem Paukenschlag gestartet. Tatsächlich brachte der 2. Juli meinen bisher größten Einzeltagesgewinn in USDJPY — ausgerechnet das Paar, das mich den Juni gekostet hat. Ironie des Schicksals. Die ganze Story im nächsten Update.
Die EAs, die ich handle — alle kostenlos
Jede Strategie oben kannst du kostenlos herunterladen. Teste sie so lange du willst im MT5 Strategy Tester und entscheide dann, ob du sie live nehmen willst.
Um sie live zu handeln, eröffne ein Konto über einen meiner Partner-Broker — am besten einen mit niedrigen Kommissionen, du hast gerade gesehen warum — und reiche deine MT5-Kontonummer über das Lizenz-Formular ein. Das ist mein Geschäftsmodell und kostet dich keinen Cent extra.
Nächstes Update
Der Juli-Rückblick kommt Anfang August — und nach diesem 2. Juli dürfte er interessant werden. Bis dahin: gute Trades, und behalte deine Kommissionen im Auge. Sie summieren sich schneller, als du denkst.
Risikohinweis: Der Inhalt dieses Beitrags ist keine Anlageberatung. Trading mit Devisen und CFDs ist mit erheblichen Risiken verbunden. Vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für zukünftige Renditen.