Forex – Was ist Forex, Foreign Exchange Trading?

Was ist der Forex Trading / der Forex Markt?

Schonmal Geld für den Urlaub getauscht?

Die meisten haben schon von Forex gehört, ohne genau zu wissen worum es sich dabei handelt. Hier erkläutern wir, was es damit auf sich hat. Forex steht für Foreign Exchange, was auf Deutsch Devisenhandel bedeutet. Es geht also um den Handel mit Währungen. Jeden Tag werden hier bis zu 5 Billionen US-Dollar gehandelt.

 

  • Täglicher Umsatz Währungshandel in Billionen US-Dollar Quelle: Bank for International Sattlements, 2016
Forex Kreis

Die meisten waren bereits am Forex-Handel beteiligt, ohne es überhaupt zu wissen. Wenn wir bei unserer Hausbank die heimische Währung in eine Fremdwährung eintauschen, dann nehmen wir bereits daran teil. Unsere Urlaubsvorbereitung zieht deshalb oft einen Handel am Devisenmarkt mit sich.

 

Natürlich findet das nicht an einem physischen Marktplatz statt, sondern geschieht über ein elektronisches System. Die wirklich großen Summen werden nicht am Bankschalter bewegt. Das passiert in der Regel über den sogenannten Interbankenmarkt.

 

Interbankenmarkt und Boerse

Was wird eine Währung in Zukunft wert sein?

Für die langfristige Entwicklung einer Währung ist vor allem die volkswirtschaftliche Entwicklung des Heimatlandes/der Heimatländer ausschlaggebend.

Da die entsprechende Währung primär in diesen Ländern als Zahlungsmittel zum Einsatz kommt ist es wichtig, dass sie auch in Zukunft noch eine ähnliche Kaufkraft besitzt wie zum Zeitpunkt des Währungskaufs. Auch die Zentralbanken spielen eine wichtige Rolle. Sie haben Instrumente, über welche sie die Geldmenge eines Währungsgebietes regulieren können.

Sollte also mehr Geld in den Umlauf gebracht werden, dann wird die Währung in der Regel schwächer. Wenn auf der anderen Seite weniger Geld herausgegeben wird, dann stärkt das die Währung. Die entscheidende Frage ist immer: Welchen Wert hat die Währung zukünftig?

An dieser Währungsspekulation können auch private Händler teilnehmen, indem sie Währungspaare handeln. Dabei werden immer zwei Währungen gleichzeitig gehandelt.

Beispiel EURUSD

Die erstgenannte Währung ist die Basiswährung und die Zweitgenannte die Kurswährung. Der Wechselkurs gibt an, wie viele Einheiten der Kurswährung eine Einheit der Basiswährung wert ist.

Am einfachsten ist das Handeln von Währungen über einen Forex-Broker möglich. Dieser Broker stellt für den Privathändler die Schnittstelle zum Interbankenmarkt her und stellt ihm außerdem eine Handelsplattform zur Verfügung.

Dabei gibt es verschiedene Arten von Brokern. Während einige selber Kurse stellen nutzen andere die Möglichkeit ihre Kundenorders direkt an den Bankenmarkt oder andere Liquiditätsprovider weiterzuleiten. Für diese Dienstleistung verlangt der Broker in der Regel eine Kommission oder verdient Geld durch den Spread.

Der Spread ist die Spanne zwischen dem Bid- und dem Ask-Kurs. Der Broker stellt immer zwei Kurse. Zum Bid-Kurs kann der Händler verkaufen und zum Ask-Kurs kaufen. Der Ask-Kurs steht immer höher als der Bid-Kurs. Ein Beispiel hilft beim Verständnis:

Kursverlauf und Spread
Spread

In diesem Beispiel ist der Spread 2 Pips groß.

Die vierte Nachkommastelle beim Wechselkurs wird üblicherweise als Pip bezeichnet. Möchte der Händler nun US-Dollar in Euro tauschen, dann bekommt er 1 Euro für 1,1558 US-Dollar; möchte er Euro in US-Dollar tauschen, bekommt er für 1 Euro 1,1558 US-Dollar.

Man spricht in diesem Fall auch davon, dass er das Währungspaar kauft oder „long“ geht (Kauf oder Kaufabsicht). Bei einem Verkauf würde er „short“ gehen oder das Paar verkaufen (Verkauf oder Verkaufsabsicht).

Wenn er direkt danach den 1 Euro nun wieder verkauft, dann bekommt er lediglich 1,1556 US-Dollar zurück. Das bedeutet er hat 0,0002 US-Dollar Verlust gemacht.

Auf den ersten Blick wirkt das recht wenig, allerdings wird in der Praxis mit Beträgen ab 1000 Einheiten der Basiswährung gehandelt.

Long und Short

Wir sprechen dann von einem Micro-Lot. Multiplizieren wir also 0,0002 US-Dollar mit 1000, dann entstehen bereits Kosten von 0,2 US-Dollar. Neben dem Micro-Lot gibt es noch Mini-Lots und Lots.

Neben der Kommission und dem Spread fallen außerdem Finanzierungkosten an, wenn ein Händler eine Forex-Position über Nacht hält. Dafür berechnet der Broker in der Regel Swap-Kosten.

Diese sind abhängig davon, welche Währung gekauft und welche verkauft wird. Für die Berechnung werden dann die Zinsen in den Herkunftsländern der beiden Währungen verglichen. Ist der Zinssatz der Währung, welche gekauft wird, niedriger als derjenigen, welche verkauft wird, dann fallen über Nacht Zinsen an.

Das kann sich dann wie folgt auswirken:

Annahme: Investiert werden 10.000€ und über Nacht entstehen Kosten von 0,5 Pips

10.000€ x 0,00005 x 365 [Tage] = 182,50€

Wenn der Swapsatz hoch ist und Positionen über einen längeren Zeitraum gehalten werden, dann können die Finanzierungskosten die Gewinne stark schmälern. Auf der anderen Seite können dem Trader aber auch positive Zinsen berechnet werden.

Verkauft er eine Währung eines Landes mit einem niedrigen Zinssatz und kauft die eines Landes mit einem hohen Zinssatz, dann kann es sein, dass ihm über Nacht sogar Geld gutgeschrieben wird.

Lot-Minilot-Microlot
Hebel

Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.

Der Forex-Handel ermöglicht dem Händler den Handel mit einem Hebel. Das liegt daran, dass ein Broker in der Regel den Margin-Handel ermöglicht. Der Händler nur einen kleinen Teil der investierten Summe in bar als Sicherheit hinterlegen. Die restliche Summe leiht ihm der Broker. Dieser prozentuale Anteil, welcher hinterlegt werden muss, beträgt oft nur 1% (oder sogar weniger). Da der Broker als Margin also nur einen kleinen Teil der investierten Summe erhält muss er sich den restlichen Teil leihen um sein Risiko vollständig abzusichern. Für den Händler bringt das den Vorteil, dass er sein eigenes Kapital gehebelt einsetzen kann. Dadurch, dass er nur einen kleinen Teil der investieren Summe in bar vorweisen muss, kann er mit kleinem Einsatz große Summen handeln. Deutlicher wird dies in einem Beispiel:

Annahme: Der EUR/USD Kurs steht bei 1,1558 und der Händler denkt, dass der Euro an Wert gewinnt

Bar-Handel

10.000€ werden gekauft

11.558$ werden verkauft

Margin-Handel

10.000€ werden gekauft

115,58$ werden als Margin hinterlegt

Annahme: Der EUR/USD Kurs steigt um 100 Pips auf 1,1658

Bar-Handel

10.000€ sind jetzt 11.658$ wert

Aktuelle Rendite: 0,87%

Margin-Handel

Die Position ist 100$ im Gewinn

Aktuelle Rendite: 87%

Das Beispiel zeigt schnell, welche Gewinne mit einem Margin-Geschäft möglich sind. Aber was passiert bei fallenden Kursen?

Annahme: Der EUR/USD fällt nun um 200 Pips auf 1,1458

Bar-Handel

10.000€ sind jetzt 11.458$ wert

Aktuelle Rendite: -0,87%

 

Margin-Handel

Die Position ist 100$ im Verlust

Aktuelle Rendite: -87%

115,58$ sind als Margin hinterlegt

In diesem Beispiel wurde ein Hebel von 100 angenommen, da lediglich 1% der investierten Summe hinterlegt wurden.

Alle Gewinne und Verluste sind jetzt, bezogen auf das investierte Geld, 100-mal so groß wie es bei einem Bar-Geschäft der Fall gewesen wäre. Der Hebel sorgt auf der einen Seite für große Gewinne auf der anderen Seite entstehen Verluste genauso schnell. Er ist also mit äußerster Vorsicht zu genießen!

Bei risikobewusstem Handeln, welches auf langfristigen Erfolg ausgelegt ist, wird der Hebel nicht auch nur annähernd ausgereizt, da die Kapitalschwankungen sonst viel zu groß wären.

Das ist auch der Hauptgrund für die zahlreichen Fälle bei denen Trader ihr gesamtes Handelskapital verloren haben. Sie sind ein zu großes Risiko eingegangen und haben ihr Konto überhebelt.

Zum Schluss noch einer der wichtigsten Punkte: Die Qualität der Orderausführung und auch die Gebührenstruktur variieren stark von Broker zu Broker.

Welcher Broker eine günstige Kostenstruktur hat und trotzdem zuverlässige Ausführungen liefert kannst Du bequem über einen Brokervergleich (hier klicken) herausfinden

Außerdem bieten nicht alle Broker die gleiche Anzahl an handelbaren Währungspaaren an.

Folgend findest Du eine kurze Übersicht über die Hauptwährungspaare, welche als Majors bezeichnet werden:

Währungspaar Abkürzung Spitzname
Euro / US-Dollar EUR/USD Euro
Britisches Pfund / US-Dollar GBP/USD Cable
US-Dollar / Schweizer Franken USD/CHF Swissy
US-Dollar / Japanischer Yen USD/JPY Yen
US-Dollar / Kanadischer Dollar USD/CAD Loonie
Australischer Dollar / US-Dollar AUD/USD Aussie
Neuseeländischer Dollar / US-Dollar NZD/USD Kiwi

 

 

 

Vor- und Nachteile Margin-Handel

 
Abschließend haben wir noch einmal die wichtigsten Vorteile und Nachteile des Forex-Handels mit Hebel zusammengefasst:

Plus

Wenig Kapital notwendig

Überdurchschnittliche Chancen

Long und Short möglich

Viele Währungspaare möglich

Transparente Preisgestaltung

 

 

Minus

Überdurchschnittliches Risiko

Evtl. hohe Finanzierungskosten

 

Hier kannst Du dir auch noch unser Video zu Forex Trading angucken.