CFD – Contract for Difference – Was ist das?

Was sind CFDs? Worauf muss ich als Anfänger achten?

Contract for Difference

„Investiere nie in etwas, was Du nicht zu 100% verstehst“

Was sind CFDs überhaupt? Aktuell erleben sie einen regelrechten Aufschwung, jeder spricht von Ihnen und viele handeln sie auch. Trotzdem wissen viele nicht genau, was diese Produkte eigentlich ausmacht. Wir verfolgen den Grundsatz: Deshalb wird im Folgenden all das zusammengefasst, was man über CFDs auf jeden Fall wissen muss.

Geld Gedanken
CFD Vertrag

CFD steht für Contract for Difference, was auf Deutsch Differenzkontrakt bedeutet. Es handelt sich also um einen Vertrag zwischen zwei Parteien und es geht um eine Differenz. Die beiden Parteien sind der CFD-Händler und der CFD-Broker. Diese schließen einen Vertrag über die Wertentwicklung eines Basiswertes. Die Differenz, oder Wertentwicklung, des Basiswertes während der Laufzeit dieses Geschäfts ist dabei entscheidend. Sie ist schlussendlich ausschlaggebend dafür, welche Partei der anderen am Ende etwas zahlen muss. Bei CFD-Geschäften sind viele verschiedene Basiswerte möglich. Dabei geht es von Indizes über Einzelaktien bis hin zu Rohstoffen oder Futures. Jeder Broker bietet eine eigene Produktpallette an.

Bei einem CFD-Geschäft wird kein materieller Wert gehandelt oder verbrieft, wie es bei einer Aktie der Fall wäre. Zudem findet dieses Geschäft nicht an einer Börse statt, sondern nur zwischen den genannten Parteien. Es handelt sich also um ein außerbörsliches Geschäft, welches deshalb auch nicht dem Regelwerk einer Börse unterliegt. Andere bekannte Beispiele für außerbörsliche Finanzprodukte sind zum Beispiel Zertifikate. Die Produktgestaltung obliegt beispielsweise einzig und allein dem Broker. Das geht sogar so weit, dass der Händler in der Regel kein Recht auf eine punktgenaue Ausführung seiner Order hat. Die Kurse, zu denen eine Ausführung erfolgen kann, werden vom Broker selber gestellt. In volatilen Marktphasen kann das dafür sorgen, dass der Händler eine schlechte Ausführung bekommt. Man spricht dann davon, dass er Slippage bekommen hat.

CFDs kein Boersenhandel

CFDs sind keine Börsengeschäfte! Die Produktgestaltung obliegt dem Broker!

Long und Short

Wieso sind CFDs dann überhaupt so beliebt, wenn einer der Vertragspartner doch offensichtlich einen Vorteil hat? Auch wenn der Broker gewisse Freiräume hat, muss er sich natürlich an die marktüblichen Preise halten. Sollte bekannt werden, dass ein Broker seinen Kunden dauerhaft das Geld aus der Tasche zieht, wird er schnell alle seine Kunden verlieren. Auf der anderen Seite bieten CFDs dem Händler auch viele Vorteile. Sie ermöglichen dem Händler von steigenden und von fallenden Kursen gleichermaßen zu profitieren. Setzt der Trader auf steigende Kurse, dann spricht man davon, dass er „long“ geht. Setzt er hingegen auf fallende Kurse, dann spricht man davon, dass er „short“ geht. Ein weiterer beliebter Vorteil ist der Hebeleffekt, welcher es ermöglicht, mit einem kleinen Kapital deutlich größere Geldbeträge zu handeln. Das ist möglich, da der Broker für ein CFD-Geschäft nur einen kleinen Teil des Handelswertes als Sicherheit in bar sehen möchte – die sogenannte Margin. Im Sprachgebrauch der Finanzwelt bedeutet Margin übersetzt Sicherheitsleistung.

Mal angenommen, der Trader möchte an den Preisschwankungen des DAX profitieren. Dann müsste er alle 30 Titel, welche in dem Index enthaltenen sind, mit einer bestimmten Gewichtung kaufen. Das ist äußerst kompliziert und außerdem wird für dieses Vorhaben viel Bargeld benötigt. Einfacher wäre es in einen ETF, also ein Fonds, welcher diese Aufgabe übernimmt und den DAX abbildet, zu investieren. Aber auch hier wird viel Bargeld benötigt. Bei einem CFD-Broker hingegen kann ein CFD-Geschäft abgeschlossen werden, welchem der DAX als Basiswert zugrunde liegt. Der Broker verlangt in der Regel nur ca. 1% (oder sogar weniger) vom Indexstand als Margin. Daraus resultiert ein Hebel von 100. Der prozentuale Gewinn ist in Bezug auf das eingesetzt Kapital also viel größer. Deutlicher wird dies in einem Beispiel:

Hebel

Annahme: Der Dax steht bei 10.000 Punkten und der Händler möchte 1:1 an Kursanstiegen profitieren

DAX-ETF

1 Fonds-Anteil wird gekauft

10.000€ werden investiert

DAX-CFD

1 Long-Position wird eröffnet

100€ werden als Margin hinterlegt

Annahme: Der DAX steigt um 100 Punkte auf 10.100 Punkte

DAX-ETF

Der Fonds-Anteil ist 10.100€ wert

Aktuelle Rendite: 1%

DAX-CFD

Die Long-Position ist 100€ im Gewinn

Aktuelle Rendite: 100%

Das Beispiel zeigt schnell, welche Gewinne mit einem CFD-Geschäft möglich sind. Aber was passiert bei fallenden Kursen? Annahme: Der Dax fällt nun um 200 Punkte auf 9.900 Punkte
DAX-ETF

Der Fonds-Anteil ist jetzt 9.900€ wert

Aktuelle Rendite: -100%

DAX-CFD

Die Position ist 100€ im Verlust

Aktuelle Rendite: -100%

100€ sind als Margin hinterlegt

CFD Gebote

Oberstes Gebot beim CFD-Handel ist immer der Kapitalerhalt!

Der Hebel sorgt auf der einen Seite für große Gewinne auf der anderen Seite entstehen Verluste genauso schnell. Er ist also mit äußerster Vorsicht zu genießen! Bei risikobewusstem Handeln, welches auf langfristigen Erfolg ausgelegt ist, wird der Hebel niemals ausgereizt, da die Kapitalschwankungen sonst viel zu groß wären. Das ist auch der Hauptgrund für die zahlreichen Fälle bei denen Trader ihr gesamtes Handelskapital verloren haben. Sie sind ein zu großes Risiko eingegangen und haben ihr Konto überhebelt.

Beim Handel mit CFDs entstehen, wie bei jedem anderen Finanzprodukt, Handelskosten. Diese sind an den Broker zu zahlen und bestehen im Wesentlichen aus Kommission, Spread und Finanzierungskosten. Eine Kommission können Broker für das Ausführen eines Trades verlangen. Bei Aktien-CFDs ist diese Vorgehensweise üblich, bei Index-CFDs verzichten mittlerweile die meisten Broker auf eine Kommission. Sie verdienen ihr Geld dann lediglich über den Spread. Dieser ist die Spanne zwischen dem Bid- und dem Ask-Kurs. Der Broker stellt immer zwei Kurse. Zum Bid-Kurs kann der Händler verkaufen und zum Ask-Kurs kaufen. Der Ask-Kurs steht immer höher als der Bid-Kurs. Ein Beispiel hilft beim Verständnis:  

DAX-CFD Bid-Kurs

10.000

DAX-CFD Ask-Kurs

10.001

Wenn der Trader nun eine Long-Position in dem Markt eingeht, dann wird er zu 10.001 ausgeführt. Würde er direkt danach wieder glattstellen, dann wird diese Order zu 10.000 ausgeführt. Er macht einen Verlust von 1 Punkt. Dieser geht dann an den Broker. Für den Händler ist er als Kostenpunkt zu rechnen, da der Markt sich weder für noch gegen ihn bewegt hat.  

Weitere Kosten kommen auf den Trader zu, wenn er sich dazu entschließt Positionen über Nacht zu halten. Dafür berechnet der Broker in der Regel Finanzierungskosten. Da er als Margin nur einen kleinen Teil der investierten Summe erhält muss er sich den restlichen Teil leihen um sein Risiko vollständig abzusichern. Deshalb fällt ein Zinssatz auf die gesamte Investitionssumme an. Dieser Zinssatz orientiert sich oft an einem Leitzins wie dem LIBOR oder EURIBOR. Die Berechnung sieht wie folgt aus:

Annahme: Der DAX steht bei 10.000 Punkten und der Finanzierungszinssatz beträgt 1%

10.000 x 1% / 365 Tage = 0,27

Wenn der Zinssatz hoch ist und Positionen über einen längeren Zeitraum gehalten werden, dann können die Finanzierungskosten die Gewinne stark schmälern. Aus diesem Grund sind CFDs eher für kurzfristige Anleger und Daytrader geeignet und weniger für langfristige Anleger. Generell variiert die Höhe der Gebühren stark von Broker zu Broker. Welcher Broker eine günstige Kostenstruktur hat und trotzdem zuverlässige Ausführungen liefert kannst Du bequem über unseren Brokervergleich herausfinden.

Vor- und Nachteile CFD-Handel

 
Abschließend haben wir noch einmal die wichtigsten Vorteile und Nachteile des CFD-Handels mit Hebel zusammengefasst:

Plus CFD

Wenig Kapital notwendig

Überdurchschnittliche Chancen

Long und Short möglich

Viele Basiswerte möglich

Transparente Preisgestaltung

Minus CFD

Außerbörslicher Handel

Überdurchschnittliches Risiko

Evtl. hohe Finanzierungskosten

Hier kannst Du dir auch noch unser Video über CFDs angucken.